Zertifikate

Ein am Wertpapiermarkt gehandeltes Zertifikat ist im Grunde genommen ein Schuldschein, der ähnlich wie ein Derivat fungiert. Der derivate Teil eines Zertifikats sorgt dafür, dass die Kursschwankung vom Kurs eines abgeleiteten Finanzprodukts abhängt. Ein Zertifikat wird aus diesem Grund als strukturiertes Finanzprodukt gewertet. Im Regelfall werden Zertifikate zwischen Kreditinstituten (Banken) und privaten Anlegern gehandelt.

Von erfahrenen Anlageberatern und Wertpapierbanken geht die Empfehlung aus, Zertifikate erst ab einem gewissen Kenntnisgrad am Kapitalmarkt zu handeln, da man zwar äußerst verworrene und damit ausbalancierte Anlagestrategien durch den Zukauf von Zertifikaten realisieren kann. Die Kehrseite zeigt allerdings häufig Anleger, die ihr Wissen überschätzen und nur bedingt durchdachte Trading-Strategien durch den Erwerb von Zertifikaten verwirklichen. Trotz der hohen Popularität der Zertifikate werden diese meist außerbörslich gehandelt.

Weit verbreitet ist der Handel mit Mineralöl, Gold, Silber, Rohstoffen, Nahrungsmitteln wie bspw. Getreide, Mais oder Schweinebäuche.

CFD (Contract for Difference) / Differenzkontrakt

CFDs (Contract for Difference) oder auf deutsch Differenzkontrakte beschreiben Verträge, genauer abgeleitete Finanzinstrumente (Derivate) über den geldwerten Ausgleich der Summe des Unterschieds bzw. der Differenz (vgl. Differenzkontrakt) zwischen dem Einkaufs- und Verkaufspreis eines Finanzprodukts. Diese Verträge besitzen im Regelfall keine vorbestimmte Laufzeit. Genauer betrachtet spiegelt der Vertrag die Entwicklung des Kurses desjenigen Finanzproduktes wieder, auf welches der CFD basiert. Die Besonderheit liegt darin, dass der CFD-Trader kein Kapital für den Basiswert aufbringen muss, sondern mit dem entsprechenden CFD handelt.

Ein CFD unterscheidet von den übrigen derivativen Finanzinstrumenten in erster Linie, dass es kein Termingeschäft ist und über keine Laufzeit oder ein vorbestimmtes Halteintervall verfügt. Der CFD-Trader kann das Papier beliebig lange halten. CFDs ermöglichen dem Trader sowohl Long- als auch Short-Käufe, was bedeutet, dass ein CFD-Investor auf zunehmende oder abnehmende Kursentwicklungen bestimmter Basiswerte spekulieren kann.

Beim Trading mit CFD besteht die Pflicht für den Trader eine Sicherheitszahlung (Margin) auf den Basiswert zu leisten, da die CFD-Emittenten bzw. Market Maker bei jedem Anleger einem Bonitätsrisiko unterliegen. Diese Margin ist nur ein kleiner Bruchteil des eigentlichen Kurses des Basiswerts. Daher ergibt sich ein Hebeleffekt (Leverage). Der Trader erhält bei seinem Broker bieten normalerweise ein breites Spektrum an Leverage-Möglichkeiten bzw. Arten und Höhe des Hebels. Meist liegen diese zwischen 5:1 bis 100:1 an. Mit dem Hebel steigt gleichzeitig die Chance, allerdings selbstverständlich auch das Risiko des Trades.

Der CFD-Broker behält seine Sicherheit dadurch, dass Positionen, die sich so entwickeln, dass der Trader sein gesamtes in ein CFD investiertes Kapital verliert und einen bestimmte Wewrt unterschreiten, sofort glatt gestellt werden. Die Möglichkeit, mehr Kapital zu verlieren als in der Position investiert ist, wird auf diese Weise minimiert. Nur bei extremen Kursentwicklungen (bspw. über Nacht) kann diese automatisierte Funktion scheitern. Ein glatt Stellen kann der Trader nur dadurch umgehen, indem er noch mehr Kapital zur Position hinzufügt, und dadurch die an die Margin gekoppelte Mindestschwelle erhöht.

Aktien

Eine Aktie ist ein Wertpapier, welches einen gewissen Anteil am Grundkapital eines Unternehmens – meist einer Aktiengesellschaft – darstellt. Der Besitzer einer Aktie ist ein Aktionär, also ein (Mit-)Gesellschafter eines Unternehmens. Eine Aktie wird häufig mit der Börse in Verbindung gebracht. Allerdings ist zu erwähnen, dass nicht jede Aktiengesellschaft an der Börse notiert ist. Zahlreiche Aktiengeschäfte spielen sich unabhängig von der Börse (Over the Counter) ab. Die Börse bestimmt den Preis bzw. den Wert einer Aktie. Je mehr Trader einen Anteilsschein eines gewissen Unternehmens nachfragen, desto höher steigt der Preis und umgekehrt. Ein plötzlicher Anstieg des Aktienkurses eines Unternehmens kann unterschiedliche Ursachen haben. Oft sind Nachrichten oder Umweltentwicklungen Grund für einen Kursumschwung, häufig allerdings auch Entwicklungen innerhalb des Unternehmens. Wichtig bei diesem Zusammenhang ist, dass der Wert einer Aktie stets von den Börsianern bestimmt wird, also nicht der wirkliche, echte Wert ausschlaggebend ist, sondern genau der Wert, den die Investoren und Trader der Aktie beimessen. Einen weiteren Überblick über die Welt der Börse liefert das Buch “Börse für Dummies“. Darin wird Aktien Anfängern leicht und verständlich der Finanzmarkt erklärt und worauf es zu achten gilt.

Dividende
Die Dividende beschreibt den Gewinnanteil, den ein Unternehmen an seine Aktionäre ausschüttet. Wie hoch die Dividende ausfällt, ist von der Höhe des Gewinns der Aktiengesellschaft abhängig, allerdings wird der Gewinn in den meisten Fällen vor einer Ausschüttung teilweise in Rücklagen im Unternehmen behalten. Dies dient dazu, um unvorhergesehene Zahlungen zu sichern oder zukünftige Investitionen zu finanzieren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit, Sonderdividenden auszuschütten. Diese hängen nicht von der Höhe des Jahresüberschusses ab. Ein Vorschlag des Vorstandes sowie eine darauf folgende Entscheidung der Hauptversammlung legen die endgültige Höhe einer Dividende fest. In der Regel wird die Dividendenzahlung einen Tag nach der Hauptversammlung vollzogen. Ob ein Aktionär einen Anspruch auf eine Dividendenausschüttung hat, hängt davon ab, ob er die entsprechende Aktie am letzten Tag vor dem Entscheidungstag in seinem Wertpapierdepot verbucht hatte. Nähere Informationen zu diesen und ähnlichen Fachbegriffen kann man in “Langenscheidt Basiswissen Börse” nachlesen.

Stammaktien
Eine Stammaktie ist eine, die ihrem Besitzer Stimmrechte zusichert. Dieses Stimmrecht berechtigt den Aktionär zur Abstimmung auf Hauptversammlungen der Aktiengesellschaft, wobei jede Stammaktie ihrem Eigentümer genau eine Stimme verleiht. Häufig werden Stimmrechte unterschiedlicher Aktionäre in Interessengruppen gebündelt, um bestimmte Entscheidungen durchzusetzen (bspw. Arbeitgeber- vs. Arbeitnehmerinteressen).

Vorzugsaktien
Eine Vorzugsaktie ist eine Aktie, die ihrem Eigentümer kein Stimmrecht bei der Hauptversammlung verleiht, allerdings eine höhere Dividende zusichert. Wird eine Aktiengesellschaft verkauft, werden Vorzugsaktionäre, wie der Name schon sagt, bevorzugt, da die Papiere einen höheren Restwert haben.

Fonds

Fonds oder Investmentfonds bestehen aus zahlreichen unterschiedlichen Anlagen und Investments. Sie werden von Fondsgesellschaften verwaltet und versuchen durch gewinnbringende Investitionen einen möglichst hohen Profit zu erwirtschaften. Es gibt ein sehr breites Spektrum an Fondskategorien, wobei Aktienfonds, Immobilienfonds, Geldmarktfonds, Dachfonds, Rentenfonds zu den relevantesten und populärsten Kategorien zählen. Innerhalb dieser Klassen gibt es noch weitere spezifizierte Fonds, beispielsweise Aktienfonds, die ausschließlich in Unternehmen aus Emerging Markets oder nachhaltige Unternehmen investieren, Fonds die sich auf geographische Regionen beschränken oder Fonds, die sich auf bestimmte Technologien oder Branchen konzentrieren.
Der große Vorteil, den ein Fonds gegenüber einer einzelnen Investition in ein gewisses Unternehmen bietet, ist, dass er das Risiko diversifiziert, allerdings gleichzeitig die Möglichkeit bietet, sich auf einen bestimmten Investitionshintergrund – wie bspw. Immobilien, China oder Technologieunternehmen – zu fokussieren. Kritisiert werden Fonds

Devisenhandel (Forex)

Der Handel mit fremden Währungen (Foreign Exchange) beschreibt den Kauf und Verkauf unterschiedlicher Währungen mit Gewinnabsicht. Mit etwa 3 Billionen EUR ist der Devisenmarkt einer der liquidesten Märkte überhaupt. Der Devisenhandel spielt sich für einen Privatanleger nahezu ausschließlich elektronisch ab. Dabei werden relativ kleine Beträge an fremden Währungen gekauft (long) oder leer verkauft (short). Wichtig ist hierbei, dass beim Forex-Trading nicht in normalen Schritten gezählt wird, sondern aufgrund der hohen Liquidität und der rasanten Kursschwankungen ein vielfacher Hebel eingesetzt wird, sodass bereits eine Kursschwankung um ein Tausendstel einen sehr viel höheren Gewinn oder Verlust bewirken kann. Daher ist es vor allem beim FX-Trading enorm wichtig, Stop-losses zu setzen, um das Risiko einer schlagartigen Kursschwankung zu minimieren.

Beispiel eines abrupten Kurswechsels
Forex abrupte Kursschwankung